Cyberkriminalität: Warum ein moderner Technologie-Stack unverzichtbar ist

Moderne technologische Entwicklungen folgen in rasantem Tempo einander und zwingen Unternehmen, ihre IT-Landschaft immer kritischer zu betrachten. Denn auch Cyberkriminalität schläft nicht. Das Credo “Stillstand ist Rückschritt” gilt mehr denn je, und die Modernisierung von Software, Frameworks und Infrastruktur (kurz ‘Tech-Stack’) ist daher kein Luxus, sondern eine reine Notwendigkeit, um als Unternehmen wettbewerbsfähig und relevant zu bleiben.

Aber es geht nicht nur um die Stärkung der Unternehmensposition, die einen modernen Tech-Stack erfordert. Cyberangriffe, wie Ransomware-Angriffe oder großangelegter Datenmissbrauch, haben in den letzten Jahren stark zugenommen und ihre Auswirkungen werden immer schwerwiegender. Wie geht ein Unternehmen damit um? Welche Maßnahmen können ergriffen werden? Dick van Straaten, Director Cloud & IoT bei der LINKIT-Gruppe und Certified Ethical Hacker, erklärt die wichtigsten Sicherheitsgründe und wie Risiken proaktiv minimiert werden können.

Support vom Hersteller

“Je älter die Anwendung, desto anfälliger die Organisation“, beginnt van Straaten. “Und das ist sofort das stärkste Argument für die Erneuerung des Tech Stacks: der Support vom Hersteller. Alte Technologien werden oft nicht mehr unterstützt, obwohl sie viele Schwachstellen enthalten. Durch die Modernisierung der Software profitieren Organisationen von Patches und Updates, die wichtige Sicherheitslücken schließen und das Unternehmen vor Bedrohungen von außen schützen.”

“Je älter die Anwendung, desto anfälliger die Organisation.”

Während dieser Upgrades ist es wichtig, auch auf die Sicherheit von APIs und Integrationen mit anderen Systemen zu achten. Van Straaten: “Falsche Konfigurationen oder unsichere Datenübertragungen können zu Datenlecks oder unbefugtem Zugang durch unerwünschte Personen führen. Durch die Durchführung von Sicherheitstests und das Überwachen des API-Verkehrs auf verdächtige Aktivitäten werden mögliche Schwachstellen frühzeitig erkannt, und präventive Maßnahmen gegen Cyberkriminalität können ergriffen werden.”

Stärkere Verschlüsselung und Authentifizierung

Es ist die größte Angst der Organisationen: sensible Daten, die in die Hände von Kriminellen gelangen. Und je älter die Software, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Sicherheitslücken gibt, durch die Kriminelle diese Daten einfach abfangen können.

Ein moderner Tech-Stack bietet oft bessere Verschlüsselungs- und Sicherheitsprotokolle, etwa die Transport Layer Security (TLS), für Webanwendungen. “Moderne Software bietet fortschrittliche Authentifizierungs- und Autorisierungsmethoden“, erzählt van Straaten. “Denken Sie zum Beispiel an Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Just-In-Time-Privileged-Access (JIT). Diese Funktionen stärken die Zugangskontrolle und reduzieren das Risiko unbefugten Zugriffs auf sensible Daten und Systeme.”

Gesetze und Vorschriften

Die Sicherung Ihrer Infrastruktur hat nicht nur mit äußeren Bedrohungen zu tun. Viele Organisationen kämpfen auch mit ständig wechselnden Gesetzen und Vorschriften. Insbesondere im Finanz- und Gesundheitswesen werden die Vorschriften immer strenger und deren Einhaltung erweist sich oft als komplexe Aufgabe, insbesondere wenn die Organisation auf veralteter Software basiert.

Laut van Straaten kann die Implementierung neuer Software hierbei helfen. “Eine aktuelle Infrastruktur hilft Unternehmen, Schritt zu halten. Moderne Software wird mit integrierten (Sicherheits-)Funktionen geliefert, die Organisationen dabei unterstützen, sich an wechselnde Gesetze, relevante Vorschriften und neue Regeln anzupassen.”

“Moderne Software wird mit eingebauten Sicherheitsfunktionen geliefert, die Organisationen dabei helfen, sich an wechselnde Gesetze, relevante Vorschriften und neue Regeln anzupassen.”

Zero-Day-Angriffe

Eine weit verbreitete Bedrohung für Organisationen sind Zero-Day-Angriffe. Software weist oft bestimmte Schwachstellen auf, die von Hackern ausgenutzt werden, um Schaden anzurichten. Um diese Schwachstellen zu beheben, werden regelmäßig Patches veröffentlicht. Manchmal entdecken Hacker jedoch Schwachstellen, bevor die Softwareentwickler es tun. Solange diese Schwachstelle nicht behoben ist, können Hacker von dem Code profitieren (auch als “Exploit-Code“ bekannt).

Van Straaten: “Moderne Stacks können auf verschiedene Weisen gegen diese Angriffe helfen, obwohl es wichtig ist zu erwähnen, dass es keine perfekte Lösung gibt, um die Risiken vollständig zu minimieren. Hacker arbeiten nämlich auch nach Best-Practice-Prinzipien, was es zu einem Katz-und-Maus-Spiel macht. Trotzdem führt moderne Software bestimmte Sicherheits- oder Schutzscans durch, die Ihre Organisation besser vor Cyberkriminalität schützen.”

Erhöhung des Bewusstseins für Sicherheitsrisiken

Neben den technologischen Anwendungen spielt auch die Rolle der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. In van Straatens Augen sollten sie neue Tools, Technologien und Prozesse so schnell wie möglich beherrschen. “Unzureichende Schulungen können beispielsweise zu falschen Konfigurationen von Sicherheitseinstellungen oder zu unsicheren Umgang mit Daten führen. Indem Mitarbeiter das richtige Wissen und die richtigen Fähigkeiten erwerben, wird das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken erhöht.

Durch die Kombination eines modernen-Tech Stacks mit einem hohen Bewusstsein der Menschen, werden potenzielle Risiken minimiert, so van Straaten. “Im Grunde genommen erweitern Sie die Fähigkeiten Ihres Unternehmens, indem Sie mit den neuesten Sicherheitstechnologien Schritt halten und die digitalen Mauern Ihrer Organisation stärken. Das ist meiner Meinung nach auch die Gesamtschlussfolgerung: Eine moderne IT-Umgebung dreht sich nicht nur darum, mit der Zeit und Technologie Schritt zu halten, sondern ist auch eine Notwendigkeit, um Ihre Organisation im Cyberspace sicherer zu machen – etwas, das heutzutage wichtiger ist als je zuvor.”

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