Agilität gilt heute als das Nonplusultra in der Softwareentwicklung. Schnell starten, iterieren, lernen – klingt gut, oder? Aber was, wenn die Entwicklung selbst gar nicht mehr der Flaschenhals ist? Genau das erleben wir in unseren Low-Code-Projekten immer wieder: Die Umsetzung ist schnell. Extrem schnell.
Das Problem liegt ganz woanders. Bei LINKITSYSTEMS stellen wir eine These auf, die viele zunächst überraschen dürfte: Nicht Agilität ist der Erfolgsfaktor im Projektgeschäft. Sondern Vorbereitung.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- Warum Agilität bei Low-Code an ihre Grenzen stößt
- Wie Sie mit der richtigen Projektvorbereitung Lücken und Risiken frühzeitig erkennen
- Welche Tools und Workshops wir empfehlen (und warum)
Warum Agilität bei Low-Code nicht reicht
Klassische agile Methoden gehen davon aus, dass Entwicklung ein langwieriger Prozess ist: Man startet mit einer groben Idee, entwickelt erste Features und lernt im Laufe des Projekts dazu. Daraus entstehen neue Anforderungen, die iterativ eingebaut werden. Doch was passiert, wenn Features nicht mehr Wochen, sondern Tage dauern?
Low-Code-Plattformen wie Mendix oder OutSystems ermöglichen eine Umsetzungsgeschwindigkeit, bei der die Entwicklung nicht mehr der Engpass ist.
Stattdessen verschieben sich die Herausforderungen:
- Anforderungen sind nicht klar genug.
- Prozesse sind nicht definiert.
- Systemabhängigkeiten sind unklar.
- Fachbereiche und IT sprechen nicht dieselbe Sprache.
Agiles Vorgehen hilft hier nur bedingt. Im schlimmsten Fall wird hektisch drauf los entwickelt, ohne ein gemeinsames Bild vom Ziel zu haben.
Der bessere Weg: Vorbereitung statt Dauer-Iteration
Unsere Erfahrung zeigt: Ein durchdachter Projektstart spart später Zeit, Nerven und Budget. Deshalb haben wir ein strukturiertes Vorgehen etabliert, das VOR der eigentlichen Umsetzung ansetzt. Die 3 zentralen Elemente:
1. Strategieworkshop
Welche Ziele verfolgt das Unternehmen mit der Digitalisierung? Welche Hebel sollen bewegt werden? Und welche Rolle spielt Low-Code im Gesamtbild?
Dabei betrachten wir auch die bestehende Systemlandschaft im Rahmen der Enterprise-Architektur.
Denn oft geht es nicht nur um neue Apps, sondern auch um Integrationsstrategien, Schnittstellen – und die Frage, wie bestehende Anwendungen abgelöst oder modernisiert werden können.
Ziel: Eine klare Zielrichtung, ein gemeinsames Verständnis und eine realistische technische Grundlage.
2. Portfolioworkshop
Welche Applikationen sind geplant? Welche Systeme sind beteiligt? Womit fangen wir an?
Ziel: Eine Applikations-Roadmap, die Synergien nutzt und Ressourcen schont.
3. Service Blueprint
Wie sehen die Prozesse konkret aus – aus Sicht der Nutzer und Nutzerinnen, des Unternehmens und der IT-Systeme?
Ziel: Eine gemeinsame Sprache und ein ganzheitliches Bild vom Zielzustand.
Warum das so wichtig ist
Low-Code lebt von Geschwindigkeit. Aber ohne Ziel bringt auch der schnellste Antrieb herzlich wenig. Deshalb verstehen wir eine gute Vorbereitung als den wahren Beschleuniger. Sie ermöglicht:
- Frühes Identifizieren von Lücken und Abhängigkeiten
- Realistische Einschätzung von Aufwand, Budget und Laufzeit
- Strukturierte Priorisierung von Projekten
- Weniger Missverständnisse zwischen Fachbereichen und IT
- Eine solide Basis für Governance und Skalierung
Besonders hilfreich: Die gemeinsame Arbeit an Prozessen. Low-Code-Projekte sind in der Regel prozessbasiert. Deshalb nutzen wir Prozessbeschreibungen als gemeinsame Sprache, quasi als Schlüssel zur Klarheit.
Dabei begegnen wir oft folgendem Muster:
Unbewusste Inkompetenz trifft auf unbewusste Kompetenz.
Fachbereiche wissen oft sehr genau, was sie tun – aber nicht, wie sie es anderen erklären sollen. Gleichzeitig weiß die IT, was möglich ist, aber nicht, was tatsächlich gebraucht wird. Durch das strukturierte Durcharbeiten der Prozesse entstehen neue Einsichten auf beiden Seiten. Es dürfen „dumme Fragen“ gestellt werden. Lücken werden sichtbar. Das gemeinsame Verständnis wächst.
Fazit: Geschwindigkeit entsteht durch Klarheit – nicht durch Aktionismus
In klassischen IT-Projekten hilft Agilität, Dinge in Bewegung zu bringen. In Low-Code-Projekten ist die Bewegung schon da. Sie muss “nur noch” gelenkt werden. Deshalb glauben wir: Gute Vorbereitung ist bei Low-Code entscheidender als die perfekte Methodik. Natürlich arbeiten auch wir in der Umsetzung mit agilen Prinzipien. Kurze Iterationen, schnelles Feedback, regelmäßige Anpassungen, all das gehört selbstverständlich dazu.
Der Unterschied: Wir legen vor dem Start besonderen Fokus auf das gemeinsame Zielbild und eine durchdachte Struktur. Mit einem klaren Fundament können Unternehmen:
- Risiken minimieren
- Budgets realistisch planen
- und eine solide Grundlage für nachhaltige Digitalisierung legen.
Sie möchten wissen, wie so eine Vorbereitung konkret aussehen kann – für Ihre Prozesse, Ihre Systeme und Ihre Roadmap? Dann lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wie Sie mit Low-Code richtig durchstarten können:

