Case in Kürze
TFG Transfracht, eine Tochtergesellschaft von DB Cargo und Spezialist für kombinierten Containerverkehr, arbeitete viele Jahre mit einem veralteten IBM i5-System, das Innovationen behinderte und schwer zu warten war. Gemeinsam mit LINKITSYSTEMS entwickelte TFG ein neues, modulares Transportmanagementsystem (AMS) auf Basis der Low-Code-Plattform OutSystems. Damit wurden Kernprozesse wie Buchungen, Auftragsabwicklung und Zollanbindungen vollständig digitalisiert. Das Ergebnis: schnellere Durchlaufzeiten, weniger Fehler und eine flexible, zukunftssichere Plattform, die Raum für weitere Innovationen bietet.
Die Logistikbranche steht seit Jahren unter Druck. Kunden erwarten blitzschnelle Lieferungen, mehr Flexibilität und vollständige Transparenz im Prozess, während internationale Lieferketten zunehmend komplexer und dynamischer werden. Auch TFG Transfracht, eine Tochtergesellschaft der DB Cargo und Spezialist für kombinierten Containerverkehr, spürt täglich die Auswirkungen dieses sich wandelnden Marktes.
TFG arbeitete viele Jahre mit veralteten IT-Systemen. Diese Systeme funktionierten zwar noch, bremsten jedoch Innovationen aus. Die Entwicklung neuer Funktionen dauerte zu lange, und die Verbindungen zwischen den Systemen waren anfällig und komplex. Es wurde daher schnell klar, dass eine digitale Transformation für TFG ein notwendiger Schritt war.
Die Herausforderung: veraltete Systeme in einem komplexen Logistiknetzwerk
TFG Transfracht verarbeitet jährlich mehr als 600.000 Container und steuert ein äußerst komplexes Logistiknetz und Transportprozess, das sich über Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz erstreckt.
Um alle Beteiligten, von Häfen über Zollbehörden bis hin zu Terminals und Eisenbahngesellschaften, reibungslos miteinander zu verbinden, vertraute das Unternehmen jahrelang auf ein altes, monolithisches IBM i5 (AS400)-System. Obwohl dieses System sich bewährt hatte, wurden die Einschränkungen zunehmend spürbar. Die Software, bestehend aus etwa 1,2 Millionen Codezeilen, war über 30 Jahre alt und wurde immer schwieriger zu warten, anzupassen oder mit modernen Technologien zu verknüpfen.
“Der Schienentransport ist ein äußerst komplexer Prozess – wir arbeiten mit unseren Kunden, Häfen, Zollbehörden, Eisenbahnunternehmen, Terminals, Spediteuren und Reedereien zusammen. Keine Standardsoftware konnte mit dieser Komplexität umgehen.”
Eine einfache Lösung gab es jedoch nicht: Frühere Modernisierungsversuche waren gescheitert, und Standardsoftware bot zu wenig Kontrolle über den Alltag. Die Komplexität der TFG-Landschaft erforderte maßgeschneiderte Anwendungen, die nicht nur bestehende Prozesse unterstützen, sondern auch Raum für Wachstum und Innovation bieten.
Der Ansatz: Co-Creation und multidisziplinäres Arbeiten
Nach mehreren erfolgreichen Proof-of-Concepts entschied sich TFG, gemeinsam mit dem Implementierungspartner LINKITSYSTEMS und der Low-Code-Plattform OutSystems, die Grundlage für ein vollständig neues Transportmanagementsystem (TMS) zu legen.
Von Beginn an arbeiteten die multidisziplinären Teams von TFG und LINKITSYSTEMS eng zusammen. In kurzen Sprints identifizierte das Team die wichtigsten Kernfunktionen des alten IBM i5-Systems und ersetzte sie Schritt für Schritt durch neue Lösungen. Diese ko-kreative Arbeitsweise bot viel Raum für Feedback und Anpassungen. So nutzte das Team das technische und funktionale Wissen optimal und stellte sicher, dass die neuen Anwendungen perfekt zu den täglichen Prozessen von TFG passten..
Die Lösung: Vom Monolith zur modularen Architektur
Anstelle einer einzigen großen monolithischen Lösung wurde eine modulare, serviceorientierte Architektur gewählt, in der OutSystems eine zentrale Rolle spielt. Diese Low-Code-Plattform ermöglicht eine schnelle Anwendungsentwicklung, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Leistung einzugehen. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, zukünftig neue Technologien wie KI und IoT zu integrieren.
„Wir haben uns bewusst für Low-Code entschieden, weil wir von der Effizienzsteigerung bei der Eigenentwicklung von Software überzeugt waren. Damit wollten wir unter anderem deutlich schneller Fortschritte erzielen. OutSystems hat all unsere Erwartungen erfüllt.“
Das Team entwickelte ein leistungsstarkes Gesamtsystem, das Kernprozesse wie Buchungen, Sondertransportanfragen, Auftragsabwicklung und Abholmeldungen digitalisierte und automatisierte. Zudem erneuerte und integrierte es externe Schnittstellen zu Häfen, Terminals, Eisenbahngesellschaften und Zollbehörden vollständig in das neue TMS, das „Albatros Management System“ (kurz: AMS).
Parallel zur Entwicklung von AMS investierte TFG in Self-Service-Tools für seine Kunden. Innerhalb einer Durchlaufzeit von nur drei Monaten entwickelte das Unternehmen mit der OutSystems-Plattform die Anwendung „Box2Rail“. Diese Online-Buchungsplattform ermöglicht insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, Sendungen einfach zu buchen, zu verfolgen und zu verwalten, ohne den Umweg über Serviceabteilungen.
Die Ergebnisse: schneller, sicherer und zukunftsbereit
Schon kurz nach der Implementierung waren deutliche Ergebnisse sichtbar. Dank der neuen Lösung kann TFG nun viel flexibler auf Marktveränderungen reagieren und neue Kunden deutlich schneller anbinden. Buchungen, die früher Tage dauerten, werden heute in wenigen Minuten abgeschlossen. Gleichzeitig haben sich die Durchlaufzeiten verkürzt, manuelle Eingriffe reduziert und Fehler in der Auftragsabwicklung verringert. Dadurch spart TFG Zeit und Kosten und sorgt gleichzeitig für zuverlässigere Kundenerlebnisse.
Darüber hinaus hat TFG in Zusammenarbeit mit der Tochtergesellschaft DB Intermodal Service neue Cloud-native Anwendungen für Containerdepots und Reparaturmanagement entwickelt. Mobile Apps unterstützen Gabelstaplerfahrer, Prüfer und Werkstattmitarbeiter bei ihren täglichen Aufgaben. Mitarbeitende führen Inspektionen und Erfassungen vollständig digital durch, wodurch sie Fehlerquellen reduzieren und die Prozessdurchlaufzeiten erheblich verkürzen.

Das Unternehmen reduzierte seine technische Schuld („technical debt“) deutlich und machte sich nahezu unabhängig von externen Dienstleistern. Die neue AMS-Oberfläche macht das System für über 150 Mitarbeitende zugänglich, unabhängig von ihrem technischen Hintergrund. Die Entwicklungsumgebung ermöglicht es dem TFG-Team, Anwendungen bis zu fünfmal schneller zu erstellen als zuvor, vollständig in Eigenregie.
Die Zukunft: skalierbare Innovation und KI-Integration
Mit dem Wechsel zur neuen Low-Code-Plattform hat TFG eine völlig neue Arbeitsweise eingeführt. Diese technologische Erneuerung markiert einen klaren Bruch mit der Vergangenheit: Unflexible Altsysteme wurden durch modulare, skalierbare IT-Lösungen ersetzt, die sich flexibel an die Organisation anpassen.
Der nächste Schritt in der digitalen Roadmap von TFG konzentriert sich auf KI-gestützte Automatisierung. Aktuell werden agentenbasierte Lösungen entwickelt, die eingehende Kundenmails automatisch in strukturierte Daten umwandeln. Dadurch entfallen repetitive Aufgaben, Teams reagieren schneller und die Kundenzufriedenheit steigt.
Strategische Wirkung: von technischer Aufrüstung zur digitalen Transformation
Die digitale Transformation von TFG Transfracht war weit mehr als nur ein technisches Upgrade; sie war ein strategischer Wandel, bei dem jeder Schritt sorgfältig geplant wurde.
LINKITSYSTEMS spielte dabei eine entscheidende Rolle, nicht nur als technischer Experte, sondern als Partner im gesamten Prozess. Durch die enge Einbindung von TFG verfügt das Unternehmen nun über die volle Kontrolle über die neue Plattform. Innovation wird nicht länger durch alte Systeme gebremst, sondern durch moderne Technologien gefördert.
Für Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen lautet die gemeinsame Botschaft: Wählt nicht nur einen Partner, der baut, sondern einen, der mitdenkt und versteht, wohin ihr wollt. Die Zusammenarbeit zwischen TFG und LINKITSYSTEMS zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Technologie, Mensch und Zusammenarbeit harmonisch zusammenwirken.

